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Mit großer Sorge nimmt ATIB die Diskussion über Muslime in Ö. wahr.

ATIB Stellungnahme  

Unter dem Titel „Kampf gegen den politischen Islam“ kam es am Freitag seitens der Regierung zu einer Pressekonferenz, bei der u.a. die Schließung von sieben Moscheegemeinden und die Ausweisung von 40 Imamen angekündigt wurden. Diese Schritte wurden mit der Novellierung des Islamgesetzes aus dem Jahre 2015 begründet. 

Der Moscheeverband ATIB möchte auf diesem Wege sein Bedauern über diese Maßnahmen ausdrücken. Mit großer Sorge nimmt ATIB die sich zuspitzende Diskussion über Muslime in Österreich wahr. 

Zum Thema Auslandsfinanzierung stellt ATIB fest, dass bis zum Jahr 2015 die Auslandsfinanzierung gesetzlich für muslimische Verbände erlaubt war. Sie war ursprünglich ein Teil des Abkommens zwischen Österreich und der Türkei mit dem Ziel, das Defizit an religiösem Personal in Österreich schließen zu können. Auslandsfinanzierungen sind bei anderen anerkannten Glaubensgemeinschaften Gang und Gebe. Eine Ungleichbehandlung von islamischen Institutionen ist nicht sachlich gerechtfertigt, weshalb jedenfalls zu hinterfragen ist, ob dies dem Gleichheitssatz, der in der Verfassung verankert ist, gerecht wird. 

Der Moscheeverband ATIB leistet eine wertvolle gesellschaftspolitische Arbeit und engagiert sich bei nationalen Hilfsorganisationen. Selbst unsere schärfsten Kritiker gestehen, dass unser Verständnis des Islams säkular und selbstverständlich gemäßigt ist. Daher lehnen wir eine Assoziation unseres Verbandes mit dem sogenannten „politischen Islam“ kategorisch ab. Wir sind stolz auf unsere produktiven Beiträge, die wir weiterhin im Sinne Österreichs, als starkes Mitglied dieser Gesellschaft fortführen möchten. 

Wir, als ATIB pflegen seit unserer Gründung einen ausgezeichneten sowie transparenten Umgang mit österreichischen Behörden. Kritische Maßnahmen, die unseren Verband betreffen, vor allem bezüglich der Finanzierung unserer Imame, wurden umfangreich mit den Behörden abgeklärt. Aufmerksam verfolgen wir, wie der einseitig mediale Diskurs und die Kampagnen individueller Politiker unserem Verband und gleichzeitig der gesamten Gesellschaft schaden.

Wir, als ATIB bekennen uns zu 100% zu den Werten Österreichs und werden unser Bestmögliches tun, um dieser Orientierung in Zukunft weiterhin gerecht zu werden. Unser neuer Vorstand ist fest entschlossen notwendige und mutige Reformen für sämtliche ATIB Filialen progressiv österreichweit umzusetzen. Wir hoffen, dass der Umgang mit Minderheiten in Österreich in möglichst naher Zukunft, gemäß unseren europäischen Errungenschaften eine inkludierende und konstruktive Form annehmen wird. 

 ATIB Union